Eine nachdenklich machende Stunde erlebten die
Besucher des Abendlobs „Verleih uns Frieden“ in der Pfarrkirche
Olzheim. Zu Beginn der liturgischen Feier sang der Kinder- und
Jugendchor Olzheim –bezugnehmend auf ein Wort von Ignatius von
Loyola -„Gott singe mich“; gleichzeitig zündete ein Messdiener
eine Friedenskerze am Altar an.
In seiner Begrüßung stellte dann Pfarrer Weisenfeld den
Volkstrauertag in seiner geschichtlichen Entwicklung dar,
insbesondere auch der Verkehrung dieses Tages durch die
Nationalsozialisten als Tag der „Helden“.
Im Fortgang des Abendlobs wurde dann vom Kinder- und Jugendchor
im Wechsel mit dem Kirchenchor das Thema „Verleih uns Frieden“
aus verschiedenen musikalischen Perspektiven beleuchtet.
Eine aufrüttelnde Meditation leitete über zur Choralfantasie von
Regionalkantor Christoph Schömig, die das Thema Krieg und
Sehnsucht nach Frieden auf drastische Weise mit Hilfe der Orgel
darstellte – ein Gänsehautgefühl bei vielen Zuhörern
hervorrufend.
Nach einem weiteren Text mit dem Aufruf zum Frieden schlossen
sich musikalische Vorträge von Jugend- und Kirchenchor, teils
gemeinsam, teils im Wechsel an, die den Wunsch nach einem
Frieden, den nur Gott geben kann, Ausdruck verliehen.
Ein Orgelstück „Paix Monastique“ leitete über zum letzten Teil
der Feier, in dem die Aufforderung an uns selbst zum Ausdruck
kam, mit am Frieden in der Welt zu bauen.
Dies wurde nach dem „Vater unser“ besonders “ohrenfällig“ durch
den modernen Satz von Lukas Stollhoff „Herr mach mich zum
Werkzeug deines Friedens“, den beide Chöre gemeinsam mit
ansteckender Begeisterung interpretierten.
Nach dem Segensgebet durch Pfarrer Weisenfeld klang die
besinnliche Stunde mit „A Gaelic Blessing“ von John Rutter und
einem gemeinsamen Lied aus dem Gotteslob aus.
Einhellige Meinung der Abendlobbesucher war, dass eine solche
Feierstunde die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt in
einer neuen, sehr eindringlichen Weise bewusst gemacht habe.
M. Ballmann
