Von der Wiege bis zur Bahre |
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Erstkommunion |
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Erst seit Mitte
des 19. Jahrhunderts ist der Weiße Sonntag der Tag der feierlichen
Erstkommunion. In der Diözese Trier mussten alle Kinder,
die am Neujahrstag 12 Jahre alt waren, zur Kommunion geführt werden.
Das war oft mit Schwierigkeiten verbunden, weil das Alter zur
Entlassung aus der Schule auf 13 Jahre festgesetzt war. Mädchen und Jungen sowie die Jubilare in der Pfarrei Olzheim trugen bis weit ins 20. Jahrhundert schwarze Kommunion-kleidung! Erst später waren die Mädchen als "Bräute Christi" und "Engel" in Weiß gekleidet, die Jungen trugen dunkle Anzüge. |
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In
Prozession ziehen die Erstkommunikanten und die Jubilare am Pfarrhaus
vorbei Richtung Dilling. Die Jubilare in Schwarz tragen weiße
Kränzchen und geschmückte Kerzen. |
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| Den Kommunionunterricht übernahm der Pastor selbst. Ziel sollte es sein, die Kinder darauf vorzubereiten, in der Gemeinschaft der Gläubigen während einer Messe die Eucharistie zu feiern. Viele Stunden wurden auf die Hinführung zur Erstbeichte verwandt, wobei nicht selten Angst vor der Hölle und dem strafenden Gott ausgelöst wurde. In den vierziger Jahren noch wurden zudem kleinste Unachtsamkeiten oder Wissenslücken häufig mit Ohrfeigen bestraft. |
![]() Kommunionfeier um 1950 in der noch kahlen Pfarrkirche. |
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![]() Um 1940: Schwarz und Weiß. |
Auf der Straße
gingen die Kinder dem Pastor aus dem Weg, wenn sie ihn früh genug
erblickten. Eine neue Generation Geistlicher brachte später
Vertrauen und gewann die Herzen der Gläubigen. Vor etlichen Jahren haben Katecheten den Kommunionunterricht übernommen. Die Kinder hören Geschichten aus dem Leben Jesu und lernen die Bibel und ihre Kirche kennen. Die Beichte ist auch noch ein Thema, aber viel lockerer als damals. In Olzheim werden die Kinder am Himmelfahrtstag zur Erstkommunion geführt. Die Mädchen sind in Weiß gekleidet, die Jungen erscheinen in dunklen Anzügen. |
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Manchmal scheint
das Herausputzen der Kleinen wichtiger zu sein als das Fest an sich.
Hier könnten einheitliche Kutten Abhilfe schaffen und finanzielle
Entlastung bringen. Alternativ könnten Tauschbörsen für
Kommunionkleider Kindern aus sozial schwächeren Familien
erschwingliche
Bekleidung ermöglichen. Das Kommunionfest hat mittlerweile gewaltige Dimensionen erreicht. Jahre im Voraus wird ein Restaurant oder das Gemeindehaus gebucht und die Anzahl der Gäste ist beträchtlich. Macht es wirklich Sinn, in solch großem Rahmen zu feiern? Wäre es nicht gemütlicher - und wesentlich kostengünstiger - im kleineren Kreise zu Hause? Und die Geschenke! Silberkreuz mit Kettchen, CD, Spielesammlung oder Armbanduhr rangieren ganz unten in der Geschenkeliste; Fahrrad, Computer oder gleichwertige Geldgeschenke sind angesagt - nicht nur von den Paten! © Diethelm Dräger |
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